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FDP Rheinland-Pfalz stellt Koalitionsvereinbarung mit SPD und Grünen vor

Die Freien Demokraten trauern um Hans-Dietrich Genscher

Er war der am längsten amtierende Bundesaußenminister: Hans-Dietrich Genscher. Am 31.03.2016 ist der FDP-Ehrenvorsitzende an einem Herz-Kreislaufversagen gestorben. Er wurde 89 Jahre alt. Hans-Dietrich Genscher war von 1974 bis 1992 fast ununterbrochen Außenminister der Bundesrepublik  und in dieser Funktion maßgeblich an den Verhandlungen zur deutschen Einheit beteiligt. Er bekleidete das Amt damit so lange wie bislang kein anderer Politiker. Von 1974 bis 1985 war er Vorsitzender der FDP.

Die Freien Demokraten trauern um einen großen deutschen Liberalen und politischen Vordenker. FDP-Chef Christian Lindner würdigte den langjährigen Bundesvorsitzenden der FDP als Architekten der Einheit, einer der Begründer der EU und "unser väterlicher Freund."

 

Nachruf von Jürgen Creutzmann, Mitglied des Kreistages des Rhein-Pfalz-Kreises und Landesschatzmeister der FDP-Rheinland-Pfalz:

 

Der Tod von Hans-Dietrich Genscher erreichte mich am Freitagmorgen während der Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen in Mainz und hat mich tief berührt. Jahrzehntelang bin ich Hans-Dietrich Genscher begegnet und ich habe viele gute Gespräche und viel Unterstützung meiner politischen Arbeit erfahren dürfen. Mit 27 Jahren als Kreisvorsitzender der FDP in Speyer begegnete ich dem damaligen Innenminister Genscher das erste Mal auf einer Parteiveranstaltung. Die RHEINPFALZ vom 16.11.1972 schrieb damals.“Die CDU schafft es diesmal nicht, es wird keinen Bundeskanzler Barzel geben. Die politische Frage ist lediglich, wie stark die Freien Demokraten werden. Das sagte Bundesinnenminister Genscher gestern im restlos überfüllten Harmoniesaal des Wittelsbacher Hofes.“ Auch später kam H.-D. Genscher immer wieder nach Speyer. So unterstützte er mich im Jahre 1987 bei meiner Kandidatur zum Landtag Rheinland-Pfalz auf einer Veranstaltung im voll besetzten großen Saal in der Speyerer Stadthalle. Zweifellos war der Besuch des damaligen Außenminister H.-D. Genscher mit seiner Frau Barbara am 19.Mai 1985 in Dudenhofen ein ganz besonderes Erlebnis. Genscher kam aus Bonn, wo er auch wohnte, und erzählte mir zu Beginn, dass er in Bonn eine Meldung über die heutige Veranstaltung bei verschiedenen Presseagenturen abgesetzt habe. Ich antwortete ihm: „Dann tragen Sie doch bitte den Inhalt vor“, was er auch tat. Der Inhalt war so interessant, dass die Aussagen als  erste Meldung in der Tagesschau um 20 Uhr 15 liefen mit dem Zusatz „sagte Bundesaußenminister Genscher auf einer FDP Veranstaltung in Dudenhofen“. Seit dieser Zeit sprach jeder in der FDP von der „Dudenhofener Erklärung“ des Bundesaußenministers. Bei zahlreichen Begegnungen auf Bundesparteitagen schwärmte H.-D. Genscher immer wieder von dem guten Dudenhofener Spargel und vor allem von den tollen Schnitzeln, die so zart und bekömmlich gewesen wären.
Besonders hoch rechnete ich H.-D. Genscher an, dass er am 22. Mai 2011 mit 84 Jahren nochmals mit seiner Frau Barbara den Weg von Bonn nach Dudenhofen auf sich nahm und dies obwohl er kein Bundesaußenminister mehr war. Hinzu kam, dass er durch eine Darmoperation bedingt, keine Spargeln mehr essen durfte und sich mit Schnitzel und Kartoffeln begnügen mußte. Gut erinnere ich mich auch noch an die Feier zu seinem 80. Geburtstag in Berlin, bei der zahlreiche hochrangige Ehrengäste aus dem In-und Ausland anwesend waren und bei der Udo Jürgens für seinen Freund H.-D. Genscher seinen musikalischen Beitrag leistete. Sehr bewegt hat mich auch der Besuch in der Prager Botschaft. Auf dem Balkon, auf dem H.-D. Genscher die Ausreise der DDR Flüchtlinge verkündete, ist jetzt eine Gedenktafel angebracht, die an diesen denkwürdigen Tag erinnern soll. So werde ich zeitlebens H.-D- Genscher in bester Erinnerung behalten. Seine schelmische Art, sein Humor, aber auch seine hervorragenden Analysen der politischen Ereignisse werde ich nicht vergessen. Mit H.-D. Genscher verlieren die Freien Demokraten einen herausragenden Staatsmann, einen Patrioten und einen großen Europäer. Ohne die Ostverträge, die seine Handschrift trugen, wäre die Wiedervereinigung Deutschlands nicht möglich gewesen. Ohne das zuvor aufgebaute Vertrauen zu Russland und zu den westlichen Verbündeten wäre die Wiedervereinigung Deutschlands nicht gelungen. H.-D- Genscher wird in die Geschichte Deutschlands eingehen, als der Wegbereiter für den Zusammenhalt Europas und die Wiedervereinigung Deutschlands. Die FDP Dudenhofen trauert um einen bedeutenden Menschen. Ich trauere um Hans-Dietrich Genscher.
Die Begegnungen mit ihm werde ich vermissen, aber ich werde sie ewig in Erinnerung behalten.
Jürgen Creutzmann, 02.04.2016

Aktuelles Flugblatt zur Flüchtlingspolitik (Bilder anklicken für PDF-Download):


Landtagswahl Rheinland-Pfalz - 13. März 2016